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Ara Maris Oneiro

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Ara Maris Oneiro

Ara Maris Oneiro, geb. Narea
Name Ara Maris Oneiro, geb. Narea
Alter 45 Jahre
Geschlecht Weiblich
Rasse Akuari Hydrae
Beruf Königin der Farraigh
Sprache Marina
Aqua
Urakkordeisch
Volk Farraigh
Wohnort Sonnenriff
Glaube Polaris
Fähigkeiten: Ars Aquae [4]
Schwertkampf [4]
Wildhüter [4]
Spieler DivinitasX

Aussehen

Ara Maris hat die für Hydrae übliche hellblaue Haut, welche an ihren Wangen mit Rückständen versehen ist die Fischschuppen ähneln. Gepaart ist diese mit kurzen, seegrünen Haaren welche einem Bob-Schnitt ähneln und einem sportlichen Körperbau. Hierbei ist sie mit einer Größe von 1,80m Teil des Mittelfelds innerhalb ihrer Rasse. Besonders hervor stechen ihre blauen Augen, welche sie mit Schminke in einem passenden Blau betont.

Durch die allgemeine Wetterlage in Caldér trägt Ara meist ein einfaches, weißes Hemd gepaart mit einer dunklen, dünnen Lederhose. Ihre braunen Lederstiefel reichen über ihre Knie und sind mit zusätzlichen Rüstungsteilen versehen. Über ihrem Hemd trägt sie eine leichte Rüstung, die ihren Brustbereich und die Schultern bedeckt. An dieser ist eine silberne Brosche mit einem blauen, gestuften Tuch befestigt.

Um ihre Hüfte hängt ein loser Gürtel, an welchem sie immer mindestens ihren Rapier dabei hat. Des Weiteren selbstverständlich die Krone auf ihrem Kopf.


Persönlichkeit

Maris ist ein Musterbeispiel für die Eigenschaften ihres Volkes. Sie ist im Allgemeinen sehr ruhig und geht entspannt jedoch besonnen an ihre Aufgaben als Königin heran. Doch selbst ihr Geduldsfaden kann reißen, wobei man hierbei auf eine sehr gekonnte Fechterin trifft die sich nicht scheut ihre Magie zu ihrem Gunsten und eventuell auch zu ihrer eigenen Belustigung zu nutzen. Gegen Abend findet man Maris meist in den naheliegenden Tavernen wo sie auch den ein oder anderen Seebären unter den Tisch trinkt.

Diese Allgemeinheit wird dennoch zeitweise vom Ernst ihres Lebens und ihrer Aufgaben überschattet. Erzogen zur Perfektion im Umgang mit der Natur und ihren persönlichen Fähigkeiten wissen nur ihre Vertrauten, dass Maris die Position als Königin mehr als Fluchtmöglichkeit vor ihrer Familie sah als alles andere. Geprägt von ihrer Kindheit sucht sie Fehler meist bei sich und es braucht viel gutes Zureden von ihren engsten Freunden um sie wieder von ihrem Stupor zu befreien. In dieser Zeit erscheint sie nahezu gefühllos was viele ihrer neueren Untergebenen verwirrt.


Geschichte

Erzogen zur Perfektion glich Ara’s Kindheit eher einer riesigen Schule. Diese fand selten mit anderen Schülern statt, dafür war sie scheinbar umgeben von Lehrern. Trotz älterer Geschwister wurde sie, wegen ihrer Begabung in der Magie, bevorzugt und besonders gefördert. So wuchs sie mit einer guten Portion Wissen auf, sofern es bei diesem nicht um soziale Kontakte ging.

In der Öffentlichkeit entwickelte sie sich so zum klassischen Bild einer Prinzessin, die man aus so vielen Märchen kennt.
Lange Haare, elegant gekleidet, perfekte Haltung, gutes Benehmen.
Immer freundlich und scheinbar keine negativen Eigenschaften.
Bewandert in 2 Sprachen und allem voran der Wassermagie.

Ebenfalls nicht im Besitz von Freunden, die sie als solche bezeichnen würde. Aufgeschmissen, sofern sie keine Anweisungen erhalten hat was ihr nächstes Ziel ist und nicht ganz verstehend was der Sinn hinter “Freizeit” ist oder was genau “eigene Interessen” sind.

So verging einige Zeit, ohne dass sich an Ara’s Leben etwas änderte. Sie wurde zum Steckenpferd ihrer Familie, ihre Zukunft von ihren Eltern komplett ausgeplant. Ein Ehemann, den sie nicht kannte, bereits in Sicht.


Dies wurde jedoch unterbrochen als man ihr eines Abends sagte, dass sie am nächsten Tag im Palast unter den Bewerbern sein würde für den Posten des Königs der Farraigh. Natürlich musste sie das nicht eher wissen, an ihren Regeln würde das nichts ändern. Höflich sein, Lächeln, die Hofetikette wahre, … .


Am nächsten Morgen erfuhr Ara Maris, dass nicht nur sie sondern auch ihre zwei ältesten Brüder in den Palast gehen würden. Eine stille Kutschfahrt und einiges an Stufen später waren die drei dann auf dem Kronplatz. Vor ihnen eine Masse an Leuten aller möglichen Rassen. Während ihre Brüder für die scheinbar gewöhnlichen Bürger übrig hatten, so hatte sie noch nie etwas interessanteres erlebt. Ihre sozialen Kontakte waren normalerweise vorbestimmt, kaum abweichend, immer das gleiche Protokoll. Für diese Leute hatte sie keine Regeln und während dies ihr Angst machte, so war es ebenfalls ungemein aufregend.

Als Bedienstete aus dem von Soldaten abgesperrten Palast kamen drangen die Bewerber zu ihnen. Doch zu ihrem Erstaunen betrat in 10 Personen vielleicht einer den Palast. Geduldig wartete sie am hinteren Ende der drängenden Menge. Es ist kein akzeptables Benehmen für eine Dame unbegründet zu eilen. Nicht dass sie es in dem Kleid und den Schuhen, die sie trug hätte tun können. Als sich die Masse langsam dezimierte sah Ara, dass einer der Berater sich um schaute nach weiteren Bewerbern. Langsam trat sie vor ihn. Leichte Verbeugung, kleines Lächeln, fröhlicher Gesichtsausdruck, egal wie das Ergebnis aussieht und um was es geht es ist eine Ehre, wenn es den König betrifft.

“Mein Name ist Ara Maris Narea.”

Der Berater schaute auf die Schriftrolle vor ihm, “Gestattet…”, er trat einen Schritt zur Seite und bedeutete Ara Maris in den Palast zu gehen. Mit einer erneuten leichten Verbeugung betrat ging sie durch den kleinen Vorbau und den Korridor direkt zu den anderen im Thronsaal.

Unter den verbliebenen Bewerbern fand sie jedoch nur einen ihrer Brüder, den Ältesten. Dieser drehte sich um als er eine weitere Person kommen hörte. Während Ara ihn anlächelte und zu ihm gehen wollte schaute dieser sie mit gerunzelter Stirn missbilligend an. Er drehte sich weg und sie war verwirrt. Das war nicht das Protokoll ihrer Eltern, hatte sie etwas falsch verstanden?

Es dauerte nicht lange bis König Oneiro sich von seinem Thron erhob und einmal in die Hände klatschte um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Alle Bewerber sahen ihn an, ebenso wie die 10 Berater aus den Augenwinkeln, die jeweils zur Hälfte an der Seite des Throns in einer Art Halbkreis standen.

“Wir danken euch für euer Kommen. Der Grund eures Aufenthaltes hier sollte klar sein. Neben unserer kleinen … Vorselektion. Werden wir noch ein Einzelgespräch mit jedem Bewerber führen. Die Wachen werden euch in eines der Seitenzimmer begleiten, danach werdet ihr nacheinander in der folgenden Reihenfolge aufgerufen.”, damit bedeutete er zu einem der Berater.

Dieser trat hervor und ratterte die Namen in mechanischer Art herunter. Ara würde als letzte das “Gespräch” absolvieren. Ihr Bruder war vor ihr dran.

So gingen alle bis auf den Ersten, geleitet von 2 Wachen, in eines der Seitenzimmer. Dieses war gefüllt mit Büchern, allerlei Sitzgelegenheiten, einer großen Tafel in der Mitte und einzelne Kleinigkeiten hier und da. Während sich alle stumm an die Tafel setzten ging Ara Maris in Richtung des anliegenden Balkons und schaute auf den Trubel auf der unteren Ebene des Kronplatzes hinab.

Dies war das erste mal, dass sie komplett ohne die offizielle Begleitung ihrer Eltern oder jemanden von ihnen beauftragten in der Stadt war. Sie dreht sich kurz zu ihrem Bruder, dieser hatte sich jedoch mit verschränkten Armen in einen der Stühle um einen Ecktisch gesetzt und beachtete den restlichen Raum keines Blickes.

Nach wenigen Minuten begannen einige die umliegenden Regale nach interessanten Büchern zu durchstöbern. Ara schaute kurz zu den Wachen, die ein Auge auf die Leute hatten, jedoch nichts dagegen taten, dass diese sich ein oder zwei Bücher nahmen und sich wieder an der Tafel niederließen.

Mit einem kurzen Blick in Richtung ihres Bruders sah sich Ara richtig um. Sie ging von scheinbar Souvenir zu Souvenir und betrachtete dabei die Einbände der Bücher um etwas interessantes zu finden. Vorzugsweise etwas, was sie sonst wahrscheinlich nicht lesen dürfte.

Als sie am Ende ihrer Runde war sah sie, umgeben von Bücherregalen und einigen lose herumliegenden, einen Hocker mit einem Sitzkissen. Allerdings schien dieses eher für das direkte Sitzen auf dem Boden gedacht, wenn sie der Höhe nach ging. Ara Maris begutachtete die umherliegenden Bücher und sah, dass nahezu alle entweder aus Seekarten oder Reiseberichten bestanden.

Ohne lang zu zögern setzte sie sich auf das etwas zu hohe Kissen und schnappte sich ein Buch mit Karten und Berichten, die beide scheinbar zusammengehörten, wenn man dem Einband trauen konnte.

Versunken in Berichte über andere Länder, etwas was ihre Eltern definitiv als unnützes Wissen erachten würden, bemerkte sie nicht, dass die Bewerber vor sich immer mehr dezimierten. Zumindest nicht bis einer der Berater sie rief und Ara mit einer hochgezogenen Augenbraue ansah.

Schnell klappte sie die Bücher zu, legte sie wieder an ihren ursprünglichen Ort und ging zügigen Schrittes zu dem Berater. Dieser gebot ihr vor zu gehen und in wenigen Schritten stand sie wieder im Thronsaal.

Dort erwartete sie ihr König, die restlichen neun Berater und drei Personen, die ebenfalls auf dem Plateau des Throns standen, also wahrscheinlich Gesandte der anderen Inseln. Dazu kam der Berater der flink an ihr vorbei ging und dem König ein Pergament reichte.

Als dieser das Pergament kurz überflog und dann zu ihr sah verbeugte sich Ara Maris noch einmal. Unter den prüfenden Blicken der Leute vor ihr wurde sie doch etwas nervös. Lächelnd fokussierte sie dann König Oneiro.


“Ara Maris Narea.”

“Ja, eure Hoheit.”

“Ich muss sagen, ähnlich wie bei deinem Bruder ist deine Bewerbung recht … perfekt. Gut ausformuliert und keine sehbaren Mängel was die benötigten Kompetenzen angeht. Möchtest du deine Punkte vielleicht selbst noch etwas ausführen?”

Nein, dies war das Stoßgebet, welches Ara an die Mutter der Meere sendete. Ihre Eltern hatten ihr nichts von einer Bewerbung gesagt, geschweige denn dem Inhalt dieser. Ähnlich der ihres Bruders? Also hatten sie ihn seine schreiben lassen und dann minimale Änderungen vorgenommen.

Plötzlich stieß es Ara Maris vor den Kopf. Ihre Brüder hatten die ganze Zeit gemeinsam trainiert um sich hierauf vorzubereiten. Deswegen hatte Lianard sie ignoriert. Ihre Brüder wollten es gemeinsam schaffen und sie hatte, ohne etwas getan zu haben, eventuell einem dem Weg versperrt.

Ihre Miene verfinsterte sich etwas und sie sah gen Boden.

“Leider kann ich sie nicht weiter ausführen, eure Hoheit.”

“Oh? Warum denn nicht?”, fragte dieser mit einer hochgezogenen Augenbraue. Der Rest der Gruppe beäugte sie nun ebenfalls skeptisch.

“Ich…”, mit einem tiefen Atmer versuchte sich Ara Maris zu beruhigen, “Dafür müsste ich wissen was in der Bewerbung steht eure Hoheit.”.

Da, dachte sie sich. Es war raus, sicherlich konnte sie sich jetzt auf den Weg nach Hause machen und -

“Ehrlichkeit können wir dann ja jetzt auf die richtige Liste setzen.”, unterbrach der König ihren Gedankengang.

Irritiert schaute sie ihn an.

“Oh, ich wusste dass diese Bewerbung im Grunde genommen eine Kopie war. Ich würde es niemals alleine einem Bewerber selbst überlassen sich zu beschreiben. Kommen wir zu deiner … erweiterten Bewerbung.” Er schritt von dem Plateau herunter und blieb einen Meter vor Ara Maris stehen.

“Ara Maris Narea. Geboren und aufgewachsen in Sonneriff. Deine Eltern und Verwandten kennst du selbst zu genüge, zu denen muss ich glaube ich nichts sagen. Keine ersichtlichen Freunde oder bevorzugte Tätigkeiten im Allgemeinen.”

Ara Maris schaute mit großen Augen und leicht geöffneten Mund auf einen schmunzelnden König. Nein, er würde sich über sie lustig machen dessen war sie sich sicher. Er würde fragen wie sie das Verhalten ihrer Eltern einfach hinnehmen kann. Warum sie nichts tut. Ara Maris spürte wie ihr die Kontrolle über ihren Körper entglitt. Ruhe. Sie musste ihre Mitte finden, ruhig bleiben. Sie senkte den Blick und schloss für wenige Sekunden die Augen und besann sich auf ihre Bindung zum Wasser. Es half ihr immer, Witz nicht beabsichtigt, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Doch etwas stimmte nicht. Sie sah auf die Fontänen an den hinteren Ecken des Thronsaals. Das Wasser war stumm, allerdings nicht ganz. Als würde sie es durch eine geschlossene Tür hören. Was war hier-

“Der zweite Bewerber, guter Anfang, gutes Ende.”, kam es von einem der Botschafter der anderen Inseln.

Plötzlich hatte Ara Maris das Gefühl als hätte man um sie eine Schachtel geöffnet. Sie konnte das Wasser wieder hören und die Menge an Beratern war auf einmal zu einem geworden. Sie fühlte sich nicht mehr so beengt wie vorher.


Mit gerunzelter Stirn sah sie zu einem immer noch schmunzelnden König.

“Keine Sorge, kleine Akuari Dame. Ich war mit meiner Ausführung noch nicht am Ende.”, entgegnete er ihr ohne die scheinbar gewirkte Illusionsmagie auch nur zu erwähnen.

“Ebenfalls ein Talent für den Schwertkampf, auch wenn dieser wegen der mangelnden Damenhaftigkeit abgebrochen und als “unnötig” eingestuft wurde.”,

dabei machte König Oneiro scheinbar Anführungszeichen aus Luft,

“Des Weiteren sehr begabt im Umgang mit Magie, allen voran, wer hätte es gedacht, Wasser. Ebenfalls Eis aber das wissen außer deinen Eltern nur einige eurer Bediensteten. Eher aufgeregt als scheu in brenzligen Situationen, trotz der kontrollierten Mimik und wissbegierig auf den Rest der Welt. Auch wenn dieses Wissen nicht zwangsweise benötigt wird.”

Nein. Das konnte er nicht wissen. Dennoch wurde Ara Maris klar, dass dieser eigentlich Fremde alles wusste was sie jahrelang vor ihrer kompletten Familie geheim halten konnte.

Sie wusste nicht was sie sagen sollte.

Einige Male öffnete sie den Mund doch kein Wort entrann ihr, was sollte sie auch tun? Es abstreiten wäre töricht, anscheinend hatte er seine Quellen gut gewählt. Es zu bejahen wäre… richtig aber wenn ihre Eltern alles erfahren würden…

Mehr Kontrolle, mehr Grenzen, tiefer in den goldenen Käfig. Diesmal wahrscheinlich ohne die geringste Möglichkeit auszubrechen.

König Oneiro entging das Gedankenspiel seiner Bewerberin nicht. Nur wenige wussten wie weit er auf dem Gebiet der Ars Iluzia fortgeschritten war.

Was ihm hier untergekommen war, war das genaue Gegenteil von den restlichen Bewerbern, besonders von ihrem Bruder. Dauerhaft dabei sich unter Wert zu verkaufen was ihre eigenen Kompetenzen angeht und komplett bewusst der Tatsache, dass sie nichts in ihrem Leben geleistet hat um sich weltliche Dinge in ihrem Leben zu verdienen außer Glück bei der Geburt zu haben.

Ihr Bild eines goldenen Käfigs war perfekt dafür.

Mit einem Lachen machte sich der König wieder auf den Weg zu seinem Thron und ließ sich auf diesem, mit einer Handbewegung Richtung der Wachen, nieder. Kurz darauf betraten die anderen Bewerber den Thronsaal. Ara Maris sammelte sich schnell, dennoch entging ihrem Bruder nicht das entsetzte Mienenspiel seiner Schwester.

“Ich habe eine Entscheidung gefällt.”, eröffnete König Oneiro groß sein Ergebnis und hatte die Aufmerksamkeit aller Bewerber auf sich gezogen.

“Lurio Sempa, Ara Maris Narea, ihr werdet in die engere Auswahl für den Posten des Königs kommen. Euch wird eines der Häuser im Goldviertel gestellt, selbstverständlich mit einem persönlichen Berater und Bediensteten. Heute werden euch Kutschen nach Hause bringen und euch mit Gepäck dahin fahren. Euer Unterricht beginnt ab morgen.”

Damit traten die Wachen hinter den Bewerbern an die Seite. Bevor groß Zeit für Reaktionen war wurde Ara Maris auch schon, von scheinbar ab jetzt ihrem persönlichen Berater, in Richtung des Kronplatzes geschoben, wo bereits 4 Pferde von einem Stallburschen gehalten wurden.

Einen kurzen Ritt später und Ara fand sich in einer Kutsche wieder, gegenüber ihr Berater. Sie wusste nicht so recht wie sie jetzt agieren sollte.

“Ich…”, daraufhin erhob der Berater den Blick von seinem Buch, “Mein Name ist Ara Maris und ihr seid?”

Nach einem kurzen Blinzeln antwortete ihr Berater, “Sarim Khalest, aber Sarim wird vollkommen ausreichen.”, damit widmete er sich wieder seinem Buch.

Konversation schien Sarim wohl nicht zu gefallen, also betrachtete Ara Maris die umherliegende Landschaft. Ihre Familie hatte eine lange Zeit im Goldviertel gelebt, doch je mehr Kinder sie bekamen desto mehr Platz brauchten sie und beschlossen sich eine Art Villa im umliegenden Land zuzulegen.

An dieser angekommen hatte Ara Maris gerade einen Fuß vor die Kutsche gesetzt, wobei sie die ausgestreckte Hand von Sarim nutzte um ihren Halt zu finden, dass ihre Eltern aus der Haustür kamen.

Leicht schockiert als sie sahen, dass Ara aus der Kutsche ausstieg.

Denn wenn sie ehrlich waren, damit hatten sie nicht gerechnet. Sie wollten nur, dass sie bereits Bekanntschaft mit den zukünftigen Anwärtern macht. Sobald ihre Bewerbung selbst Thema wurde, was es sicherlich war, würde sie ausscheiden als Nachfolger. Doch nun standen sie ihr gegenüber. Keine Spur von ihrem Stammhalter.

Der Berater trat vor Ara Maris mit erhobenem Haupt und schaute in Richtung ihrer Eltern. “Frau Narea, Herr Narea, es freut mich ihnen mitteilen zu dürfen, dass ihre Tochter, Ara Maris, in die Endauswahl der Nachfolgersuche gekommen ist. Sie wird von nun an in einem der Häuser im Goldviertel mit dem anderen Bewerber residieren. Entsprechend sind wir hier-”, Sarim klatschte zweimal in die Hände woraufhin vier Diener mit jeweils einem Koffer von der Rückseite der Kutsche hervorkamen, “um ihr Hab und Gut einzusammeln.”.

Arthus Narea korrigierte seine überraschende Mimik recht schnell und besah sich der Ankömmlinge, wobei er nur eine Frage hatte, “Unser Sohn ist nicht hier?”.


Erneut mit einer Hand auf dem unteren Teil des Rückens drückte Sarim sie in Richtung des Hauses, “Ich fürchte da muss ich ihnen berichten, dass ihr Sohn Orthan bei der ersten Selektion ausgeschieden ist. Lianard ist in die engere Wahl gekommen hat aber die Schlussauswahl nicht bestanden. Wenn sie uns entschuldigen würden.”

Damit waren Ara und Sarim, gefolgt von den Wachen, in den Vorraum des Hauses getreten.

“Madam Narea, wenn ihr uns zu eurem Zimmer führen würdet.”

Aus ihrem Stupor befreit schaltete Ara Maris schon fast mechanisch in ihr Verhaltensmuster um. Zu Hause hatte klare Regeln und diese waren das einzige an das sie sich gerade klammerte. Ein paar Ecken und 2 Gänge später stand die kleine Gruppe in ihrem Zimmer.

Ein großes Bett stand links auf einer kleinen Erhebung, zahlreiche kleine Lampen zierten die einzelnen Ecken ihres Zimmers. Auf der Terrasse, die zum Garten führte konnte man bereits von innen einen Tisch mit zwei Stühlen und eine Vielzahl von Pflanzen in Töpfen sehen. Diese zogen sich bis in den Innenbereich. Wo hübsche Kommoden und Schränke mit einem großen Sitzkreis in der Mitte das Mobiliar darstellten.

Sarim bedeutete den Bediensteten die Koffer abzustellen und vor die Tür zu treten, welche er prompt schloss. Daraufhin holte er sein Buch hervor und mit gezückten Graphitstift sah er Ara Maris an.

Als diese seinem Blick jedoch mit einem Fragenden begegnete erläuterte Sarim sein Handeln, “Ich möchte wissen was ihr mitzunehmen gedenkt. Da wir für ihren Unterricht gegebenenfalls noch mehr Dinge besorgen oder falls diese Koffer nicht ausreichen wir noch einmal fahren müssen.”.

Sie schloss kurz die Augen und überlegte. Was würde sie brauchen? Das war eine sehr gute Frage. Sie hatte noch nie selbst ihr Gepäck packen müssen.

“Aus welchen Teilen besteht denn der Unterricht? Bezüglich passender Bekleidung meine ich. Ich muss gestehen… ich habe bisher keine Erfahrung damit gemacht selbst mein Inventar für unterwegs zu ermitteln.”, viele Worte für einen simplen Fakt, den Sarim schnell zusammenfasste.

“Ihr habt noch nie eure eigenen Koffer gepackt?”, fragte er verdutzt.

“Nein.”, nun wurde Ara Maris etwas rot und schaute verlegen zu Boden.

“Dann gut, dass ich mehr als genug Erfahrung darin habe.”, mit einem Lächeln stellte sich Sarim in die Mitte des Zimmers und las ihre künftigen “Fächer” vor.

Am Ende standen die Beiden vor einem doch recht kleinen Haufen an notwendigen Dingen.

“Und nun noch ihre Kleider, nehme ich an?”, fragte Sarim und drehte sich mit schief gelegtem Kopf zu Ara Maris.

Wollte sie ihre Kleider? Dies würde wahrscheinlich die letzte und einzige Chance sein sich zu verändern. Und wenn sie die Wahl hätte…

“Ja, eins aber ansonsten…”, sie ging zu ihrem Bett und zog eine Wäscheschale hervor, “würde ich eher diese Sachen mitnehmen.”

Nicht schlecht zum Erstaunen von Sarim befanden sich in dieser Schale einige Hosen, Hemden und Stiefel.

“Selbstverständlich.”, entgegnete er mit einem kleinen Lächeln.

Als Sarim, gefolgt von den Dienern, mit Ara als Schlusslicht das Haus verließ und in Richtung Kutsche ging konnte Ara Maris etwas lautere Stimmen hören. Vor der Kutsche stehend ging sie ein paar Schritte zur Seite wo Lianard und Orthan sich aufgeregt mit ihren Eltern unterhielten. Sie vernahm nur Bruchstücke, jedoch reichten ihr diese aus.

“Von allen Anwesenden gerade sie?!” “Wir haben so lange geübt und sie-” “Kinder wir hätten ja nicht im geringsten gedacht-” “Wir haben ihr gezielt nichts erzählt.”

“Frau Narea?”, daraufhin schreckte Ara etwas auf.

“Ja?”

Sarim räusperte sich kurz und fuhr dann fort, “Ob sie sich noch von ihrer Familie verabschieden möchten wollte ich wissen.”

Mit einem letzten Blick in Richtung ihrer Familie ging sie in Richtung Kutsche und antwortete mit leiser Stimme, “Ich glaube das wird nicht nötig sein.”

Wie es sich im Nachhinein herausstellte war ihr Instinkt richtig. Einige Monate in ihre Lehrstunden für den Königposten, als sich ihr Erfolg herumgesprochen hatte, meldeten sich ihre Eltern. Zum Anlass der anstehenden Wahl für die Anwärter wurde ein kleines Fest gehalten. Selbstverständlich war der Rest ihrer Familie gekommen, mied sie jedoch nach der ersten Begrüßung und zerstreute sich besonders in Richtung ihrer Lehrer.

Dies endete damit, dass König Oneiro sie dezent “entfernen” ließ. Anscheinend war ihre Familie sehr stark damit beschäftigt gewesen ihre ältesten Söhne in den Vordergrund zu rücken und die Schwächen ihrer Tochter durchgehend zu erwähnen.

Leider war ihrer Familie nicht bekannt welche Veränderungen sie bis dahin durchlief. Sie wunderten sich nicht, dass die kleine Prinzessin mit langen, prunkvollen Kleidern mittlerweile einfache, kurze Kleider trug. Verschwunden waren die Schuhe mit hohen Absätzen und an ihre Stelle waren Stiefel getreten.

Obwohl sie immernoch nicht ganz Selbstvertrauen fassen konnte, so wusste sie mittlerweile was ihre Talente waren und dass sie sich auf diesen Gebieten nicht verstecken musste. In den Monaten hatte sie neben der Festigung ihrer Wassermagie die Eismagie erworben. Der Umgang mit dem Schwert war ihr nun bekannt, wenngleich sie sich auch auf den Kampf mit ihrem Rapier spezialisiert hat. Neben dem ganzen offiziellen Dingen hatte sie auch ein ordentliches Training hinter sich was den Alkoholkonsum anging, nachdem sie bei ihrer ersten Feier am Hof nach einem Krug Met betrunken war.

So war es einige Tage nach der Festlichkeit Zeit die letzte Etappe zu beenden und den offiziellen Anwärter zu wählen.

Die Sonne senkte sich am Horizont als der Palast erneut für die Öffentlichkeit unzugänglich gemacht wurde. Die beiden Anwärter, Ara Maris Oneiro und Lurio Sempa, betraten den gefüllten Thronsaal. In diesem standen eine Vielzahl von Beratern, von den Handwerkern bis zu den Botschaftern der Inseln und selbstverständlich mittendrin König Oneiro auf seinem Thron.

Alle Blicke auf sich gerichtet knieten die beiden nieder und senkten ihren Blick.

“Ara Maris Oneiro, Lurio Sempa. Ihr habt euch der Ausbildung zum König gestellt. Beide habt ihr euren ersten Test mit Bravour gemeistert und euch bis jetzt, gemäß der Ideologie unseres Volkes, allerlei Wissen angeeignet. Alle die hier vertreten sind, sind Personen von denen ihr lernen solltet.”, man konnte das Rascheln von Kleidung hören, “Wir alle werden heute darüber richten wer von euch zum offiziellen Anwärter wird.”

Lurio und Ara sahen sich aus den Augenwinkeln an und warfen sich ein kleines Lächeln zu.

“Nun denn, meine lieben Anwesenden.”, damit klatschte der König einmal in die Hände. “Ihr müsst euch jetzt entscheiden, welchen unserer Anwärter ihr auf dem Thron sehen wollt.”

“Hebt eure Hand, wenn ihr Ara Maris Narea auf dem Thron sehen möchtet.”

Kaum merklich konnten beide Anwärter das Rascheln der Kleidung hören.

“Hebt eure Hand, wenn ihr Lurio Sempa auf dem Thron sehen möchtet.”

Schritte näherten sich Ara und Lurio bis die beiden die Stiefel des Königs sahen.

“Erhebt euch beide.”, klang es warm und etwas leiser woraufhin sie der Anweisung Folge leisteten, “Ihr habt beide viel geleistet. Wenn ich euch auch nur manchmal unterrichtet habe so habe ich dennoch die Berichte über euch aufmerksam verfolgt.” Er dreht sich zu Ara und sah ihr in die Augen, sie war immer noch unsicher aber er spürte bereits die Veränderung in ihr.

“Ara Maris Oneiro. Zurückschauend auf deinen Anfang hast du die größte Veränderung durchlaufen. Nicht unbedingt auf dem Gebiet des Wissens aber was deinen Charakter angeht.”, damit drehte er sich zu Lurio, “Lurio Sempa. Auch du hast dich sehr gewandelt, nicht vom Charakter her aber was deinen Wissensstand angeht.”

Er holte tief Luft und sah dann Ara an. In diesem Moment wollte sie weinen, ihre Anstrengungen haben nicht gereicht. Gerade dabei den Kopf zu senken hörte sie König Oneiro sagen “Ara, du wurdest als Thronfolger gewählt.”.

Ara hat trotzdem geweint. Lange. Leicht überfordert wussten die Anwesenden, bis auf den König und Lurio gar nicht was sie sagen sollten.

Einige Jahre später und nach dem, von Forschern so genannten, Jahrhundertmonsun kniete Ara Maris wieder in denselben Thronsaal.

Doch diesmal war neben leitenden Personen auch die Öffentlichkeit willkommen. Der Kronplatz geschmückt und trotz der Verluste war eine ausgeglichene Stimmung.

“Ara Maris Narea. Schwört ihr eurem Volk treue Dienste zu leisten, stets nach eurer besten Leistung zu streben und den Idealen der Farraigh gerecht zu werden?”

“Ich schwöre.”

Ara spürte das neue Gewicht auf ihrem Kopf und atmete leise tief durch.

“Erhebt euch nun. Ara Maris Oneiro und nehmt euren Platz als Königin der Farraigh ein.”

In langsamen Schritten überquerte Ara Maris die Distanz zum Thron. Heute war ihr Tag. Heute würde ihre Herrschaft beginnen.

Die vergangenen Jahre waren sehr ereignisreich für Ara.

Neben dem Ausbau ihrer Fähigkeiten in der Magie und dem Schwertkampf hat sie sich, nach einem Besuch als Begleitung des vorherigen Königs in Shambala, mit der dortigen Häuptlingstochter angefreundet. Während diese von Ara Maris Unterricht in der Wassermagie bekommen hatte hatte sie ihr im Gegenzug die Kunst des Wildhütertums beizubringen. Hierbei hatte sie auch die Gelegenheit einigermaßen Urakkordeisch zu lernen.

Ihre Familie hatte sie neben ihren jüngeren Geschwistern nicht mehr gesehen. Während ihre Eltern sich noch die Mühe machten nach Ausreden zu suchen um sie nicht zu sehen so hatten ihre älteren Brüder kurz nach ihrer offiziellen Ernennung zum Thronfolger scheinbar Caldér verlassen.

Neben neuen Freunden hatte sie auch ältere behalten. Sarim Khalest war nun ihr persönlicher Berater und Lurio Sempa hat sich, nach seinen Wünschen, der Kampfkunst hingegeben und ist zu ihrem Leibwächter aufgestiegen.

Hinter ihr konnte man den ehemaligen König lächeln sehen. Ihm entging nicht die innere Unruhe in ihr. Auch bei dauerte es bis zur Krönung bis er das wahre Gewicht der Krone auf seinem Kopf und des Titels in seinem Namen erkannte.

Doch er war sich sicher sie würde in die Position hineinwachsen. Kein Herrscher war von Anfang an perfekt.


Werte

Wert Punkte
Wahrnehmung (WHR) 4
Stärke (STR) 3
Konstitution (KON) 3
Magisches Gespür (MGG) 10
Willenskraft (WIL) 2
Beweglichkeit (BEW) 5
Geschicklichkeit (GES) 3
Intelligenz (INT) 4
Widerstandskraft (WID) 2
Lebenspunkte (LP) 24
Ausdauerpunkte (AP) 20
Magiepunkte (MP) 32